Gasthaus seit mehr als 119 Jahren

1896 An den Restaurateur PULS in Frohnsdorf wird eine Waldparzelle abgetreten, damit er dort eine Restauration- und Musikhalle errichten kann. (ZBZ, 18.12.97) Der Bauplatz für die Gasthofanlage hat eine Größe von 420 qm. (JAHN, Bericht 1896-98,S.9/10)

Otto ODRICH gab 1896 seine Schrift „Wanderungen durch die Märkische Heimat südwestlich von Berlin bis zum Fläming“ heraus. Darin beschreibt er auch eine Wanderung durch Treuenbrietzen, die mit einer Fahrt auf der gerade fertig gestellten Bahnlinie Jüterbog-Treuenbrietzen beginnt: „Die Umgebung von Treuenbrietzen bietet treffliche Gelegenheit zu Partien. Der beliebteste Ausflugsort ist Frohnsdorf, eine Perle der Mark. Das Forsthaus (auch Wirtschaft) und die Gastwirtschaft von Eduard PULS, in welcher wir vorzüglich Sommerwohnungen finden, liegt im Tal der Nieplitz, wenige 100 m von der Quelle derselben entfernt, mitten im Walde. Nach der einen Seite hin haben wir ausgedehnte Kieferwaldungen, nach der andern Laubwaldungen mit hundertjährigen Eichen. Der Haltepunkt ist in wenigen Minuten auf einem Waldwege zu erreichen und der Weg zur Stadt führt uns längs der Nieplitz, welche, einem Gebirgsbach ähnlich, reich an Forellen ist. Die Offiziere vom Schießplatz, Vereine von nah und fern häufige Gäste.“ 


1898 Der Antrag des Maurermeisters SCHMIDT aus Treuenbrietzen um Überlassung einer Waldparzelle in Frohnsdorf zur Erbauung eines Gasthofes wird genehmigt.(ZBZ, 13.07.1898)

1898 Dem Restaurateur Otto TORNER aus Frohnsdorf wird der Pachtvertrag über die anstoßende Waldparzelle genehmigt und auf seinen Namen übertragen. Auch erhält er pachtweise einen Bauplatz von 600 qm zur Errichtung eines Stalles. Der Antrag von Maurer SCHMIDT auf Überlassung eines Bauplatzes in Frohnsdorf wird zurückgezogen. (ZBZ, 16.10.1898)

1904 Herr SEILER erwirbt Otto  TORNER´s Restaurant „Zur alten Eiche.“ in Frohnsdorf für 44.700 Mark. Die Übergabe erfolgt am 1. Mai. (ZBZ, 22.04.1904)

1923
Nach 19 Jahren verabschiedet sich Wilhelm SEILER als Pächter des Restaurants „Zur alten Eiche.“ Neue Pächterin wird Hedwig KRÄMER. Das ganze Etablissement wurde von Grund auf erneuert. (TZ, 03.05.1923)


1926 Das Grundstück der „Alten Eiche.“ ist durch einen Vertrag an seinen früheren Besitzer Wilhelm SEILER zurückgefallen. (TZ, 16.10.1926) SEILER will das Lokal ab 1927 wieder selbst betreiben. (TZ, 31.12.1926)

1930 Gasthaus „Zur alten Eiche.“ Besitzer: Bertha SEILER. Idyllisch gelegen im schönen Nieplitztal, umgeben von Laub- und Nadelwäldern. (Annonce im „Führer“ 1930).


1938
Paul SCHMIDT und seine Frau erwerben die

Waldgaststätte "Zur alten Eiche." am 01. Dezember 1938.

1954 Der Inhaber der Waldgasstätte „Zur alten Eiche.“ stellt den Antrag auf Führung des Beinamens „Luftkurort Frohnsdorf“. (Protokoll Ratssitzung vom 14.01.1954)

1955 Restaurant und Hotel „Alte Eiche.“ in Frohnsdorf. Idyllisches Ferienheim! Spezialität:“Der alte Frohnsdorfer“.

Werbespruch: „In Frohnsdorfs grünem Eichenwald, da findest Du Erholung bald. Als Krönung dann ein kühles Bier, bei Paul SCHMIDT – das lob ich mir.“ (Anzeige in Heimatschrift der Stadt Treuenbrietzen, 1955)

18.03.1958
Konsumgenossenschaft Jüterbog teilt mit, dass sie die Gaststätte „Zur alten Eiche.“ in Frohnsdorf vom ehemaligen Besitzer, Herrn Paul SCHMIDT, gemietet hat. Objektleiter für die Konsum-Gaststätte wird das Ehepaar EGGERS aus der Max-Reimann-Straße 1 in Treuenbrietzen. (Gewerbeakte). 


1959 Die Konsumgenossenschaft Treuenbrietzen-Marzahna nimmt ihre Tätigkeit auf. (Protokoll SV vom 29.01.1959) Im Mai 1959 erhält sie das Grundstück mit der Gaststätte. (Protokoll Ratssitzung vom 28.05.1959)

1963
Herr K., Leiter der Konsum-Gaststätte „Alte Eiche.“ in Frohnsdorf, wird wegen falscher Preiskalkulation zu einer bedingten Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. Nach seiner Ablösung lässt die Konsumgenossenschaft Treuenbrietzen/Marzahna zu, dass auch der Nachfolger mit den alten unzulässigen Kalkulationen arbeitet und einen Mehrerlös von 2.000 Mark erzielt. (JÜ, 25.04.1963)


1966
Der Rat der Stadt unterbreitet den Vorschlag, in der Gaststätte „Alte Eiche.“ Spielgeräte aufzustellen, damit sich die Kinder während des Kaffeetrinkens ihrer Eltern beschäftigen können. Der Rat wendet sich auch gegen das von der Forstwirtschaft geplante Fällen von Bäumen im Naherholungsgebiet.(Protokoll Ratssitzung vom 13.10.1966) Bürgermeister WELSCH teilt mit, dass die Gaststätte „Alte Eiche.“ zu einem Naherholungszentrum ausgebaut werden soll. Zunächst wird durch den Konsum die Gästerestauration verbessert. Es fehlen aber noch die Mittel, um die Straße zur Gaststätte neu zu pflastern. Die Busfahrer weigern sich schon, Gäste auf der jetzigen Straße zur „Alten Eiche.“ zu befördern. Auch der Wanderweg von der Gaststätte zu der Neuen Hufen Straße soll wieder in Ordnung gebracht werden. Die Station „Junger Techniker“ will dafür die Schilder anfertigen.(MVS, 13.12.1966)


1993 Die Gaststätte „Alte Eiche.“ in Frohnsdorf ist wieder offen. Das Ehepaar FLEISCHER aus Jüterbog hat sie übernommen. Beide hatten zuvor in der LPG Jüterbog gearbeitet. (JÜ, 08.04.93, S.9)

 

März 2012 Hanna PRÄGER eröffnet die Waldgaststätte „Zur alten Eiche.“ nach umfangreichen Umbau des Anbaus. Das Haupthaus beherbergt nun zwei großzügige Ferienwohnungen im Erdgeschoß.